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Der normale Aufguß dauert etwa 5 bis 7 Minuten.
Die Steigerung ist dann der doppelte Aufguß
für die “ganz Harten”, denen der normale Aufguß nicht stark genug ist. In der kurzen Pause zwischen den beiden Durchgängen wird Obst oder Eis gereicht.
Außerdem gibt es den “Japaner", der auch unter dem Begriff “
Salzaufguß” bekannt ist. Es wird etwas aufgegossen, dann einige Minuten angeschwitzt. Anschließend reibt man sich mit Meersalz am ganzen Körper ein (Gesicht und Genitalien auslassen). Das Einreiben kann in der
Schwitzkabine erfolgen. Besser für die Bänke in der Kabine ist das Einreiben draußen vor der Tür. Das Salz hat die Wirkung, daß durch die feinen Körnchen die toten Hautschuppen abgerieben werden und man so den
Peeling-Effekt hat. Geht man dann wieder in die Sauna zurück, wird nochmal aufgegossen. Durch das Salz hat man nun das Gefühl, es wird einem alles aus den Poren gezogen, man meint in der Tat, man würde besser und
mehr schwitzen. Ob das wirklich so ist, kann ich ihnen auch nicht sagen. Aber das Hautgefühl durch das Peeling ist klasse.
Dann gibt es den Honigaufguß. Das Ritual ist in etwa das Gleiche.
Anschwitzen mit Aufgießen. Nach dem normalen Aufguß folgt der Gang ins Dampfbad und jeder erhält dort ein kleines Töpfchen Honig. Damit kann man sich dann am ganzen Körper einreiben. Der Honig soll die Haut weich
und geschmeidig machen. Dass Honig schon seit Ewigkeiten in der Hautpflege benutzt wird, ist ja allgemein bekannt,
Es gibt auch spezielle Sauna-Rituale, die an bestimmte Bauarten gebunden sind, so
zum Beispiel das “Wenik”. Dort wird mit reinem Birkensud aufgegossen, aber nicht Kellenweise sondern ein großer voller Bottich wird während des Aufgusses (der ca. 10 Minuten dauert) entleert. Die Hitze, die
man empfindet, kommt hauptsächlich von der hohen Luftfeuchtigkeit. Da diese Sauna einer ständigen hohen Feuchtigkeit ausgesetzt ist, ist sie auch von der Bauweise her etwas anders.
Ebenfalls in der Wenik-Sauna gibt es das Banja-Ritual. Dieses Ritual dauert
50 Minuten. Innerhalb dieser Zeit wird immer wieder aufgegossen, dann geht es aus der Schwitzkabine raus in eine Art Vorraum. Dort erhalten die Saunagänger (höchstens sechs) grünen, heißen Tee. Danach wird jeder
einzeln mit Birkenreisigzweigen am Körper abgerieben. Außerdem werden die Zweige, die zuvor im heißen Sud lagen, auf die Fußsohlen, den Rücken oder den Nacken gelegt. Das ist sehr entspannend.
Dann kenne ich noch den Kreideschlamm, mit dem man sich am ganzen Körper
einreibt. Anschließend bleibt man ca. 15 Minuten im Dampfbad sitzen, das in der Zeit aber keinen Dampf produzieren darf, damit der Schlamm antrocknen kann. Nach dieser Zeit ist er richtig hart. Wird der Dampf dann
angestellt, weicht der Schlamm wieder auf und bröckelt ab. Nun rubbelt man ihn vom ganzen Körper runter und hat auch hier wieder den Peeling-Effekt. Dann wird etwas Öl gereicht, mit dem man den Körper wieder
einreiben kann.
Daniela Graß
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